Verwunschene Nächte
Romantasy Geschichte
Die Geschichte „Verwunschene Nächte“ von Sel Graymore hat am EIS Schreibwettbewerb 2025 zu den Themen Dark Romance und Romantasy teilgenommen. Wir freuen uns darauf, die Geschichte endlich mit der Community teilen zu können!
Kapitel 1
Elara stand am Rand des Waldes und starrte auf das Häuschen, das zwischen den Bäumen kauerte wie ein Tier, das nicht gestört werden wollte. Die Feuchtigkeit des Nebels, welcher das Haus umgab, ließ ihre Locken noch krauser werden. Ein Gefühl von Angst schlich sich durch die vorherrschende Aufregung.
Fasziniert und angewidert zugleich betrachtete sie das Gebäude vor sich. Unwillkürlich musste sie an Hänsel & Gretel denken, kicherte den Gedanken aber schnell fort. Das Dach war mit Moos überzogen, der Kamin schief, aus dem Schornstein stieg dünner Rauch, der nach Kräutern und etwas Metallischem roch. Sie zog die Schultern hoch, der Rucksack war schwer, und das alte Buch, das ihr die Ururgroßmutter vermacht hatte, drückte gegen ihre Rippen.
Dieses Erbstück gab ihr Mut. Es hatte sie seit ihrer ersten Hexenklasse begleitet und schon so manches Mal aus der Patsche geholfen. Neben den offiziellen nützlichen Zaubern, befanden sich auch private Zauber darin. Zauber, die sie noch nie ausprobiert hatte. Doch dazu würde sie bestimmt bald Gelegenheit bekommen. Sie seufzte gegen die Angst an.
Gleichzeitig beneidete sie ihre Klassenkameraden. Alle anderen waren nach Arkanum-Stadt gegangen, in gläserne Türme mit sauberen Bänken und magischen Sicherheitsvorkehrungen. Sie bekam eine Hütte mitten im Nirgendwo. Eine Hexe, die man flüsternd Madame Vera nannte, wenn man sich sicher war, dass sie es nicht hören konnte.
Elara presste die Lippen zusammen. Sie hatte sich auf ihre praktische Ausbildung gefreut. Jetzt fühlte sie sich, als würde sie zu einem Examen antreten, das niemand bestehen konnte. Der Pfad unter ihren Stiefeln war nass, überall tropfte Wasser aus den Ästen, und irgendwo klapperte eine Windglocke aus Knochen.
Sie hob die Hand und klopfte. Dreimal. Das Echo klang, als hätte der Wald selbst geantwortet.
Wie von allein ging die Tür auf, so dass Elara einen Schritt zurück machen musste. Nur einen Wimpernschlag lang hatte Elara die Augen auf den Boden gerichtet, da stand sie schon vor ihr. Ihre knochige Gestalt war größer, als sie gedacht hatte. Sie stand aufrecht, das graue Haar zu einem festen Knoten gebunden, die Augen so klar wie Eis über dunklem Wasser.
„Elara, also.“ Kein Fragezeichen. Kein Willkommen. Nur Feststellung.
Die junge Frau nickte und drückte den Rucksack enger an sich. „Ja, Herrin Vera.“
„Herrin reicht. Ich weiß, wie ich heiße.“
Sie drehte sich um, ihr langer Rock streifte über den Boden, und ging ohne sich umzusehen in die Küche. „Komm rein, bevor die Kälte dich frisst. Schuhe bleiben an. Der Boden ist nicht heilig.“
Kapitel 2
Elara trat ein. Die Luft roch nach Kräutern und altem Holz, nach Rauch und etwas Süßem, das an verbrannten Honig erinnerte. Der Raum war schmal, aber je weiter sie ging, desto mehr dehnte er sich, als würde das Haus selbst atmen.
„Die Hütte sieht von innen größer aus, als von außen“, murmelte sie.
Vera warf ihr einen kurzen Blick über die Schulter zu. „Natürlich. Ich hab keinen Sinn dafür, mir auf die Füße zu treten. Magie ist da, um nützlich zu sein, nicht um hübsch auszusehen.“
Auf dem Tisch stand eine dampfende Schüssel. Der Duft ließ Elaras Magen sofort knurren.
„Setz dich. Iss. Es ist Suppe. Wenn du was anderes willst, koch selbst.“
Elara ließ sich auf die Bank fallen, nahm den Löffel. Das Holz war warm, als hätte jemand es eben erst aus dem Feuer gezogen.
Vera beobachtete sie nicht, sie arbeitete an einem Strauch getrockneter Pflanzen, schnitt die Stängel mit einem kleinen Messer ab, präzise, fast geräuschlos. Nur manchmal war das leise knack des Messers zu hören.
„Morgen fangen wir an“, sagte sie schließlich. „Früh. Ich mag keine Spätaufsteher. Wenn ich ‚geh‘ sage, dann gehst du. Wenn ich ‚bleib‘ sage, dann bleibst du. Wenn ich Fragen nicht beantworte, sind sie es nicht wert, gestellt zu werden.“
Elara nickte schnell, brannte darauf, etwas zu sagen, aber Veras Stimme ließ keinen Raum für Gespräch.
„Dein Zimmer ist unten. Der Gang hinter dem Ofen. Die Treppe ist steil, halt dich rechts am Geländer fest. Wenn du runterfällst, räum ich nicht auf.“
Ein schiefes Lächeln, das vielleicht Humor hätte sein können, wenn es nicht so kalt gewesen wäre.
Elara drehte sich zur Treppe, doch irgendetwas ließ sie zögern.
Sie blickte sich um, in die Schatten der Hütte, die sich zwischen den Regalen und den getrockneten Bündeln wie kleine Höhlen ausbreiteten. „Was suchst du?“. Wie konnte sie es wissen? Sie hatte sich nicht umgedreht.
„Ich … nichts. Ich dachte nur –“, stammelte sie und wand sich wieder der Schüssel zu. Ein ausgestopfter Rabe in der Ecke hatte ihren Blick kurz festgehalten.
„Dass ich hier allein lebe?“. Vera legte das Messer ab. „Offensichtlich nicht. Sonst wärst du jetzt nicht hier.“
Elara blinzelte irritiert, wollte etwas erwidern, aber Vera wandte ihr immer noch den Rücken zu.
„Bezüglich des Lichts unten: Mach dir die Kerze selbst an. Ich hab keine Lust, dir den Weg zu leuchten. Du bist eine Hexe, man sollte dir in der Schule die Lichtmagie beigebracht haben.“
Elara schob die leere Schüssel von sich, wischte mit dem Löffelrand den letzten Rest Suppe auf und stand auf. Ihr Rücken knackte leise. Die Müdigkeit saß ihr in den Knochen. Draußen hatte es längst wieder angefangen zu regnen, dumpfes Trommeln gegen die Scheiben, als würde jemand von außen prüfen, ob die Wände hielten.
Sie stellte die Schüssel in das steinerne Becken, ließ Wasser darüber laufen. Es war eiskalt, roch nach Metall und Moos. Kurz überlegte sie, ob sie die Schüssel noch abtrocknen sollte, entschied sich dagegen. Vera würde es merken und wenn sie es merkte, würde sie was sagen, aber nicht heute Nacht.
„Für dein Reich bist du selbst zuständig. Ich gehe diese Treppe nie runter. Also solltest du ziemlich schnell lernen, wie man Hausarbeit mit einem Finger erledigt.“ Elara schluckte. Sie kannte einige Zauber zur Hausarbeit, doch hatte man es in der Schule nicht gutgeheißen. Nur harte körperliche Arbeit formte den Geist, hieß es da. Jetzt war sie nicht mehr in der Schule, jetzt durfte sie Magie anwenden. Ein Lächeln umspielte ihre vollen Lippen. Freiheit.
Kapitel 3
Sie fuhr sich durchs Haar, band es notdürftig zusammen und atmete tief durch. Morgen früh. Sonnenaufgang. Keine Spätaufsteher. Sie spürte, wie ihr Magen sich zusammenzog bei dem Gedanken. Sie verabschiedete sich von Vera und ging an dem ausgestopften Tier vorbei. „Lucien“, sagte Vera.
„Äh was?“
„Das ist Lucien. Er ist keine Gefahr, aber er mag es nicht angestarrt zu werden.“ Wieder wunderte Elara sich, wie Vera, die immer noch Pflanzen zerpflückte sehen konnte, dass sie den Vogel angestarrt hatte.
Schnell schob sie ihren Rucksack zurecht und steuerte die Treppe an.
Der Gang hinter dem Ofen war schmal, gerade breit genug, dass sie mit dem Rucksack an der Schulter entlangpasste. Die Luft wurde kühler, je weiter sie hinabstieg. Erde löste sich unter ihren Schuhen, Wurzeln zogen sich wie dunkle Adern über die Wände.
Das Zimmer lag unter der Erde. Kein Fenster, nur Stein, der alt roch, feucht, als hätte er Jahrhunderte geschlafen. Eine schmale Pritsche an der Wand, kaum groß genug für eine Person. Ein kleiner Tisch, eine Öllampe darauf. Ein Schrank, so niedrig, dass sie sich bücken musste, um hineinzuschauen. Mehr gab es nicht.
Sie hielt kurz inne, lauschte. Von oben drang kein Laut herab. Kein Knarren, kein Schritt, kein Feuerknistern. Nur ihr eigener Atem.
Es war schalldicht. Wie ein stilles Herz unter dem Haus. Aber obwohl sie keine offensichtliche Wärmequelle ausmachen konnte, war es angenehm temperiert. Bestimmt auch einer dieser praktischen Zauber, überlegte sie.
Sie streifte den Mantel ab, legte ihn über das Bett, fuhr mit der Hand über die rauen Steinwände. Etwas flackerte in der Luft. Sie spürte Magie, alt und satt, wie der Nachhall einer Stimme, die längst verstummt war.
„Lumos minor“, murmelte sie, und die Kerzen an den Wänden entzündeten sich nacheinander. Flackerndes Licht legte sich über die Wurzeln, die sich durch die Decke zogen.
Im ersten Moment fühlte sie sich verloren. Zu still. Zu leer. Kein Tuscheln, kein Gekicher, kein Atem der anderen Mädchen. Im Internat hatten sie zu viert in einem Raum geschlafen, zwei Betten übereinander, kaum Platz zum Atmen, und immer war jemand da gewesen, der redete, fluchte oder lachte.
Jetzt war da nichts. Und seltsamerweise war es kein unangenehmes Nichts. Es war Freiheit.
Elara öffnete den Rucksack, zog ihr altes, ledergebundenes Buch hervor. Das Grimoire. Das, was ihr von ihrer Urgroßmutter geblieben war. Sie legte es auf den Tisch, strich über den Einband. Hier unten konnte niemand sie sehen. Niemand würde ihr reinreden, was sie lernen durfte und was nicht.
Zum ersten Mal seit Jahren gehörte der Raum ihr.
Elara stand einen Moment reglos da. Der Raum war still, nur das leise Tropfen irgendwo in der Ferne durchbrach die Stille. Sie strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, legte die Hand auf das Buch und spürte die raue Struktur des Einbands unter ihren Fingern. Die Luft roch nach altem Papier und Wachs, nach Staub und Stein.
Sie hatte den Spruch unzählige Male gelesen, ihn in Gedanken geübt, sich vorgestellt, wie sich das wohl anfühlen würde. Magie, die nicht nur Theorie war, sondern endlich echt. Ein Jahr lang hatte sie gewartet. Immer waren andere um sie herum gewesen, immer hatte sie Rücksicht nehmen müssen. Doch jetzt war niemand mehr da. Nur sie und dieses alte, flüsternde Buch.
Sie schlug die Seite auf, auf der die Tinte dunkler war als der Rest. Nur anwenden, wenn du sicher allein bist. Der Satz zog sich wie eine Warnung über die Zeile. Elara lächelte schmal. „Das bin ich“, flüsterte sie.
Darunter: Sprich den Namen eines Mannes, um die Energie zu leiten.
Sie blinzelte. Ein Mann. Sie kannte kaum welche. Ihr fiel nur einer ein, der schwarze Rabe, den sie vorhin so dreist beobachtet hatte.
„Lucien“, sagte sie leise, fast spöttisch. „Na schön. Dann eben du.“
Sie zog die Ärmel hoch, atmete tief ein und legte die Hand flach auf die Seite. Die Worte standen dort in schmaler, geschwungener Schrift. Sie sprach sie nach, langsam, konzentriert, fast ehrfürchtig.
Die Flamme der Öllampe zitterte. Ein kalter Luftzug fuhr durch den Raum, obwohl keine Tür, kein Fenster offenstand. Für einen Augenblick glaubte sie, ein Flüstern zu hören oder war es nur ihr eigener Atem, der sich an den Wänden brach?
Ein warmes Gefühl breitete sich von ihren Zehenspitzen aus. Erstaunt sah sie hinunter, bemerkte dabei gar nicht, wie ihre Hände sich langsam ihrer Kleidung bemächtigten und sich feinsäuberlich kurz drauf auf einem Stuhl drapierten. Völlig nackt und überrascht stand sie vor der schmalen Pritsche. Erstaunt über die Empfindungen, die sie gefangen nahmen. Sie war immer eher ein schüchternes Mädchen gewesen, doch jetzt in diesem Moment, fühlte sie ein völlig neues Gefühl. Den Wunsch zu einer begehrenswerten Frau zu werden.
Sachte strichen ihre Finger über die weiße Haut, hinterließen brennende Schauder und lodernde Linien. Ein Stöhnen entkam ihr, als sie sich selbst umarmte. Sie warf ihren Kopf in den Nacken, schloss die Augen und murmelte wie von selbst. „Lucien“.
Kapitel 4
Er kam nicht wie etwas Beschworenes. Nicht mit Rauch, nicht mit Licht. Er war einfach da. Ein Gewicht in der Luft, dichter als Schatten, zu nah. Die Kerzen zuckten, als hätten sie Angst vor ihm. Ihre Kehle war trocken. Das war nicht das, was das Buch versprochen hatte. Das Buch hatte von Entspannung gesprochen. Von Loslassen. Nicht von einem Körper, der sich aus Nichts schält und sie ansieht, als wäre sie die einzige Quelle, aus der er trinken darf. Und schon gar nicht, dass sie diese Quelle sein wollte. Röte schoss in ihre Wangen. Ein angenehmes Zittern und ein lustvolles Röcheln, dass sich an ihrem Herzschlag vorbei schob, entwich ihrem Mund.
Sie wollte etwas sagen, irgendein „Stopp“ oder „Warte“, irgendwas Kontrolliertes, Erwachsenes. Es kam nichts. Weil der Blick von ihm nicht höflich war, nicht bittend. Es war Hunger. Reines, lautloses Hungerinstinkt, direkt auf sie gerichtet, und sie spürte, wie ihr Herz darauf reagierte. Nicht brav, sondern hektisch, stolpernd, viel zu schnell.
Sie rief ihn. Er hatte es gehört. Zweimal. Seine Mutter hatte ihm verboten sich zu erkennen zu geben. Mädchen würden ihn nur ablenken, doch Elara war wunderschön. Ihre blonden Locken leuchteten im Kerzenschein. Für einen Hexer war er eine Schande. Sein Vater war ein Gestaltwandler gewesen und er hatte diese Fähigkeit geerbt. Etwas, was nicht gern gesehen war, in der Hexengemeinschaft. Zu gefährlich. Deswegen war er in diesem Haus eingesperrt und doch. Jetzt stand er im Schatten und beobachtete Elara. Sie war nackt, ihre schlanken Finger strichen über ihre Haut. Lucien, kaum mehr als ein Schatten, spürte wie er sich manifestierte.
„Lucien“, wisperte es erneut. Sie rief ihn. Er musste zu ihr.
Ohne einen Laut zu verursachen, trat er hinter sie. Sein Mund nur Millimeter von ihrem Ohr entfernt. „Ich bin hier, lass dich fallen“, hauchte er. Sie erschauderte, drehte sich leicht um, doch ein gezischtes „psst“ ließ sie innehalten. Lucien benässte seine Lippen mit einer Zunge, die sich seltsam real anfühlte und senkte sie auf die warme Haut.
„Oh“, stöhnte sie, lehnte sich in die Berührung hinein. Instinktiv wiederholte Lucien den Kuss. Schob die Locken zur Seite, um sich mehr Haut zu eigen zu machen. Küsste den Haaransatz. Seine Gestalt nahm nun endlich feste Konturen an. Eine Hand, mit der er über Elaras ausladende Hüfte streifte. Sie hatte verführerische weibliche Rundungen, die sich nach Berührung sehnten und Lucien würde sie berühren, überall und Küssen und lecken.
Lucian sah sie an, und alles in ihm spannte sich. Elara lag vor ihm, das Haar wie ein glitzernder Fluss über dem Kissen, und der Raum roch nach Hitze und Sturm. Etwas in seinem Inneren begehrte auf. Wollte sich auf dieses Wesen stürzen, es verschlingen und zu seinem Eigentum machen. Etwas, das er sonst im Zaum hielt, wachte auf. Kein Gedanke, nur der reine, körperliche Drang, sich zu bewegen, näher, tiefer, zu spüren, was ihn rief. Er wusste nicht, ob es Hunger war oder Magie, nur dass er sie brauchte, wie Luft.
„Du gehörst heute Nacht mir“, knurrte er. Er war sich sicher, dass sie aufbegehren würde, doch ein tiefes Stöhnen, dass direkt in seinen Schwanz fuhr, bestätigte seine Aussage.
Ihr Atem ging flach. Sie wich nicht zurück. Er beugte sich vor, bis er ihren Herzschlag hören konnte, den dumpfen Rhythmus, der ihn trieb.
Jeder Schlag war ein Befehl, jedes Zucken unter seiner Haut ein Echo. Seine Hände zitterten, als sie ihre Wärme fanden, und das Tier in ihm schob sich an die Oberfläche. Hart und lautlos, lauernd, lebendig.
Er hätte fliehen sollen. Stattdessen blieb er. Ihre Haut glitt unter seinen Fingern, als hätte sie ihn schon immer gekannt. Und für einen endlosen Moment wusste er nicht mehr, wo er endete und sie begann. Nur das Rauschen des Bluts, das Atmen, das Beben und die Gewissheit, dass er nie wieder satt sein würde.
Kapitel 5
Plötzlich war er da gewesen. Lucien. Elara wusste, dass er es sein musste. Sie fühlte ihn und doch wieder nicht. Sie wusste jedoch, dass er ihr das geben würde, was sie begehrte und ließ zu, dass sein Mund ihre Haut berührte, wo immer er hinkam. Mit einem wohligen Seufzen wurde sie auf das Bett gedrückt. Die Präsenz des Mannes unverkennbar hinter ihr.
„Oh ja, hör nicht auf“, bettelte sie plötzlich so ekstatisch, dass sie ihre Stimme selbst nicht erkannte. Sie fühlte nur, dass sie mehr wollte. Mehr Leidenschaft, mehr ungezähmte Lust und vor allem mehr Hingabe. Die Küsse wurden heißer, sie saugten sich nun an ihrem Steiß fest, ließen den Saft zwischen ihren Beinen förmlich kochen. Elara rieb die Schenkel aneinander, um das aufsteigende Kribbeln zu bewahren und zu verstärken. Doch Lucien hatte andere Pläne. Er schob ihr Becken nach oben, so dass sie nun auf der schmalen Pritsche kniete und dann explodierte ihr Innerstes. Eine Zunge strich über das weiche Fleisch und löste einen Schwall Lust aus, der sie schreien ließ. „Oh jaaaaaaaaaaa.“
Elara wusste nicht, wann sie aufgehört hatte zu denken. Seine Nähe hatte jede klare Linie verwischt. Alles, was blieb, war dieses Brennen unter ihrer Haut, ein unstillbares Pulsieren, das von ihm ausging und sie mit sich riss. Jede Bewegung, jedes Atemholen ließ den Raum kleiner werden, dichter, wärmer. Sie hätte fliehen können, aber sie wollte nicht. Das, was er in ihr wachrief, war zu stark, zu echt.
„Mehr, bitte“, keuchte sie, während sie sich vor Lust unter ihm wand.
Seine Präsenz war überall: in der Luft, in ihrem Herzschlag, in der Stille zwischen zwei Pulsschlägen. Ihr Körper reagierte schneller, als sie begreifen konnte, und irgendwo zwischen Furcht und Verlangen vergaß sie, was sie wollte. Sie wollte mehr, näher, tiefer in dieses Gefühl hinein, das sie gleichzeitig erschreckte und trug.
Die Ekstase wuchs in Wellen, berauschend und fremd, und sie konnte nur noch atmen, spüren, sich treiben lassen. Jeder Sinn war auf ihn gerichtet, jeder Gedanke löste sich im Rauschen auf. Es war, als würde etwas in ihr aufbrechen, ein Teil, den sie nie gekannt hatte und der sich jetzt nach Licht sehnte, nach mehr, nach allem.
Ihr Körper gierte nach ihm. Nach seinen Händen und er würde es genießen, so lange er selbst die Beherrschung aufrecht erhalten konnte. Das rosa Fleisch lockte ihn. Er wollte mehr davon schmecken, wollte daran knappern und es mit seinem Wesen füllen. Seinen eigenen schmerzhaften Ständer ignorierend, fuhr er die Zunge entlang der Spalte, kostete ihr flüssiges Verlangen und nährte sich von der düsteren Höhle, die er abtastete. Jeder Druck bescherte ihm eine neue Woge der Lust, die sie schreiend hinausließ.
Kapitel 6
„Nimm mich, bitte jetzt“, jammerte sie und Lucien konnte dieser Aufforderung kaum noch widerstehen. Zum Glück hatte der Zauber, den sie gewirkt hatte auch an Verhütung gedacht. Schlaue Hexe, die sich das ausgedacht hatte, denn er würde unmöglich jetzt noch auf die Suche nach einem Kondom gehen können.
Er kniete sich hinter den runden prallen Po, der sich vor Geilheit triefend an ihm rieb. Seine Hand klatschte schwungvoll auf die Backen und er genoss die hervorgerufene Rötung und das schrille aufschreien.
Seinen großen Schwanz noch ein- zweimal reibend in Position gebracht, stieß er einmal zu.
Der Schmerz zerriss kurz ihre Lust, nur um sie dann doppelt so heftig anzufeuern. Nie zuvor hat sie sich so voll gefühlt. So ausgefüllt und geil. Natürlich hatte sie in der Vergangenheit mit einem Finger schon Lust entfacht, doch das hier war soviel besser und heißer.
„Gut, soooo gut“, hörte sie ihn hinter sich. Oh ja, dass war es.
„Ich werde dich jetzt durchficken, dass du mich noch in einer Woche fühlst“, brummte er und begann mit kräftigen harten Stößen in sie einzudringen. Immer und immer wieder. Die Reibung verstärkte ihre süße Qual, die das zuckende Fleisch ihrer Vulva verursachte. Dieses Gefühl, dass zu viel und gleichzeitig nicht genug war. Das flackernde Licht der Kerzen tanzte im Rhythmus seiner harten Stöße auf ihrer Haut. Seine Hände gruben sich in ihre Hüfte, gaben den Takt vor und ihr Kopf war nicht mehr fähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.
„Gefällt es dir?“
„Ja, mehr“, wimmerte sie.
Ein Ruck an ihren Haaren, nicht fest aber überraschend.
„Lauter, sag mir wie du es magst“, forderte er mit harter Stimme, die so dunkel und erotisch klang, dass es ihr kalte Schauder durch die Lust jagte. „Ja, fick mich härter, ich will mehr“, schrie sie nun fast verzweifelt gegen das Gefühl ankämpfend. Diese Qual, die immer kurz vor der Explosion stand und doch nicht aufhörte.
Sie wollte also mehr, härter. Er zog sich nur kurz aus ihr zurück um sie schwungvoll auf den Rücken zu werfen. Ihre verhangenen Augen starrten ihn auffordernd und neugierig an. Er packte ihre Beine zog sie auf seine Schultern. Sein nasser Schwanz glänzte und hinterließ eine Spur auf ihrem Unterbauch. Mit seiner freien Hand klatschte er ein paar mal auf ihre Haut. Hörte das schmatzende Geräusch, dass ihrer beider Säfte machte, ehe er seine große Eichel wieder den Spalt entlang gleiten ließ. Über die Knospe, hart, sanft und so heiß. „Bitte, bitte“, bettelte ihr feuchter Mund. Er beugte sich vor.
„Was?“ Seine Lippen nur knapp vor ihren stoppend.
„Ich brauch mehr davon“, hauchte sie. Im nächsten Moment schob Lucien seine Zunge in ihren Mund und sein Schwanz rutschte an die Stelle, die sie zum Stöhnen brachte. Ihre Küsse verstärkten seine Erregung, ließen seinen Schwanz noch ein wenig dicker anschwellen. Es würde keine Zurückhaltung geben, er würde dafür sorgen, dass sie ihn spürte, immer und immer wieder.
Hart und ausdauernd, trieb er sich in sie hinein. Durchstand die Muskelkontraktionen ihrer Möse durch bloße Willenskraft auch noch beim sechsten Orgasmus, der sie durchschüttelte und bemächtigte sich ihres schon sehr erschöpften Körpers immer und immer wieder. Doch schließlich war er auch nur ein Mann. Auch wenn seine magischen Fähigkeiten ihn besonders machten. Ihren Körper so völlig ekstatisch und zerstört vor ihm zu sehen hob ihn mit einem: „Fuuuuuuck“ über den Punkt hinaus. Ihr zuckender Körper, ihr rascher Atem und der glasige Blick unter sich, brach seine Beherrschung wie ein Tsunami über ihm zusammen.
Kapitel 7
Das erste Licht kroch durch den schmalen Spalt unter der Tür. Die Luft war kühl, der Boden rau unter ihren nackten Füßen. Ihr Körper fühlte sich fremd an, wund, als hätte etwas in ihr geschlummert und wäre nun aufgewacht. Ein Kribbeln lag unter der Haut, schwach und warm, als hätte die Nacht selbst eine Spur in ihr hinterlassen.
Sie richtete sich langsam auf, zog das zerknitterte Hemd über die Schultern, das noch nach Asche und Kräutern roch. Der Tisch war unberührt, nur das Buch lag dort, offen, auf der Seite mit dem Zauber, der alles verändert hatte. Ihre Finger zitterten, als sie die Seiten berührte. Kein Wind, kein Laut, nur dieses leise, pochende Bewusstsein, dass etwas geschehen war, das sie nicht rückgängig machen konnte.
Ein Schimmer hing in der Luft, kaum sichtbar, und für einen Atemzug meinte sie, ein Flüstern zu hören, so fern, dass sie nicht sagen konnte, ob es aus ihr selbst kam oder aus dem Stein der Wände. Sie trat in die Küche. Der Geruch von Kräutern lag noch immer darin, süß und scharf zugleich. Am Regal saß der ausgestopfte Rabe, die Flügel leicht gespreizt, die Augen aus dunklem Glas. Sie hatte ihn schon gestern seltsam gefunden. Heute konnte sie den Blick kaum von ihm lösen.
Etwas an seiner Haltung war anders. Vielleicht täuschte sie sich. Vielleicht auch nicht.
Ein Zucken, kaum sichtbar, lief durch sein Gefieder, als sie an ihm vorbeiging. Die Luft vibrierte, fast unmerklich.
Sie blieb stehen, sah ihn an und lächelte. „Danke für die Nacht, Lucien“, flüsterte sie. Die Glasaugen schimmerten einen Moment lang, als hätte sich darin Licht gebrochen. Dann war alles wieder still.
Sie griff nach dem Kessel, füllte Wasser hinein, während ihre Beine noch zitterten. Und als das Feuer aufflammte, glaubte sie, ein kurzes Lachen zu hören. Tief, rau und flüchtig wie Rauch. Was auch immer ihr die Tage der Ausbildung brachten, die Nächte würden auf jeden Fall interessant sein.















